Archiv für September, 2011

Theater Piano – Nishni Nowgorod:Wings for clowns

Einige tolle vorstellungen Bilder:

Theater Piano – Nishni Nowgorod:Wings for clowns
vorstellungen

Bild von theatertraumbaum
Leise Töne, ganz schön stark …

Anlässlich der Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 schlägt das international erfolgreiche Gehörlosen-Theater PIANO aus Nischnij Nowgorod/Russland im Rahmen des TWIN-Projektes PIANO-Fortissimo am Freitag, dem 01.10.2010 um 19.oo Uhr im Bochumer Kulturrat in der Lothringerstr. 36 c eine kulturelle Brücke zwischen Russland und Deutschland, Gehörlosen und Hörenden, Kindern und Erwachsenen.

PIANO-Fortissimo ist eines der wenigen Projekte der RUHR.2010, das kulturelle Aktivitäten von Menschen mit Beeinträchtigungen in den Mittelpunkt stellt.

Seit 1986 arbeitet Regisseur Vladimir Chikichev mit Kindern eines Gehörloseninternates in Nischnij Nowgorod und entwickelt immer wieder Inszenierungen voller Poesie, Zauber und Lebendigkeit. Auf der Suche nach kulturellem Austausch und kreativer theatralischer Zusammenarbeit gastiert das Theater PIANO mit über 20 Vorstellungen an Schulen, Theatern, Kulturzentren und Einrichtungen für Menschen mit Hörbehinderungen.

WINGS FOR CLOWNS
zeigt einen faszinierenden Bilderbogen aus Geschichten über die Liebe, Einsamkeit und die endlose Sehnsucht, sich selbst und die Welt zu verstehen und bringt so die Saiten der menschlichen Seele zum Schwingen! Vom Gedicht bis zur Clownerie werden spielerisch Grenzen überwunden, zwischen Sprachen , Kulturen, hörenden und gehörlosen Menschen.

„PIANO“ ist ein Begriff, der aus der Musik kommt, und für leise Töne steht. „Fortissimo“ verdeutlicht, welche Stärke und Kunstfertigkeit die Akteure des Projektes ausstrahlen. Dem Ensemble PIANO „lauscht“ man am besten mit den Augen. Die Vorstellungen können Menschen allen Alters besuchen, ob gehörlos oder nicht, unabhängig von Kultur oder Sprache. Das Theater PIANO steht mit seinem einzigartig berührenden Theaterspiel für eine Kommunikation jenseits der Worte und praktiziert interkulturelle Verständigung auf eine ganz besondere, direkte Art!
Gehörlosigkeit und die Kommunikation mittels Gebärdensprache sowie die kulturelle Betätigung gehörloser Menschen sind besonders in Russland immer noch Tabuthemen. Aber auch hierzulande gibt es einigen Nachholbedarf in der Auseinandersetzung um den aktiven Zugang behinderter Menschen zu kultureller Aktivität. Hubert Hüppe, dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, erscheint PIANO-Fortissimo so wichtig, dass die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat.

PIANO-Fortissimo wird unterstützt von der RUHR.2010, dem Verkehrsverband Rhein Ruhr, durch Mittel des Auswärtigen Amtes und der Aktion Mensch.

Informationen zum Theater PIANO (auch in deutscher Sprache):

www.theatre-piano.org

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Leise Töne, ganz schön stark …

Anlässlich der Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 schlägt das international erfolgreiche Gehörlosen-Theater PIANO aus Nischnij Nowgorod/Russland im Rahmen des TWIN-Projektes PIANO-Fortissimo am Freitag, dem 01.10.2010 um 19.oo Uhr im Bochumer Kulturrat in der Lothringerstr. 36 c eine kulturelle Brücke zwischen Russland und Deutschland, Gehörlosen und Hörenden, Kindern und Erwachsenen.

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Seit 1986 arbeitet Regisseur Vladimir Chikichev mit Kindern eines Gehörloseninternates in Nischnij Nowgorod und entwickelt immer wieder Inszenierungen voller Poesie, Zauber und Lebendigkeit. Auf der Suche nach kulturellem Austausch und kreativer theatralischer Zusammenarbeit gastiert das Theater PIANO mit über 20 Vorstellungen an Schulen, Theatern, Kulturzentren und Einrichtungen für Menschen mit Hörbehinderungen.

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zeigt einen faszinierenden Bilderbogen aus Geschichten über die Liebe, Einsamkeit und die endlose Sehnsucht, sich selbst und die Welt zu verstehen und bringt so die Saiten der menschlichen Seele zum Schwingen! Vom Gedicht bis zur Clownerie werden spielerisch Grenzen überwunden, zwischen Sprachen , Kulturen, hörenden und gehörlosen Menschen.

„PIANO“ ist ein Begriff, der aus der Musik kommt, und für leise Töne steht. „Fortissimo“ verdeutlicht, welche Stärke und Kunstfertigkeit die Akteure des Projektes ausstrahlen. Dem Ensemble PIANO „lauscht“ man am besten mit den Augen. Die Vorstellungen können Menschen allen Alters besuchen, ob gehörlos oder nicht, unabhängig von Kultur oder Sprache. Das Theater PIANO steht mit seinem einzigartig berührenden Theaterspiel für eine Kommunikation jenseits der Worte und praktiziert interkulturelle Verständigung auf eine ganz besondere, direkte Art!
Gehörlosigkeit und die Kommunikation mittels Gebärdensprache sowie die kulturelle Betätigung gehörloser Menschen sind besonders in Russland immer noch Tabuthemen. Aber auch hierzulande gibt es einigen Nachholbedarf in der Auseinandersetzung um den aktiven Zugang behinderter Menschen zu kultureller Aktivität. Hubert Hüppe, dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, erscheint PIANO-Fortissimo so wichtig, dass die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat.

PIANO-Fortissimo wird unterstützt von der RUHR.2010, dem Verkehrsverband Rhein Ruhr, durch Mittel des Auswärtigen Amtes und der Aktion Mensch.

Informationen zum Theater PIANO (auch in deutscher Sprache):

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PIANO-Fortissimo ist eines der wenigen Projekte der RUHR.2010, das kulturelle Aktivitäten von Menschen mit Beeinträchtigungen in den Mittelpunkt stellt.

Seit 1986 arbeitet Regisseur Vladimir Chikichev mit Kindern eines Gehörloseninternates in Nischnij Nowgorod und entwickelt immer wieder Inszenierungen voller Poesie, Zauber und Lebendigkeit. Auf der Suche nach kulturellem Austausch und kreativer theatralischer Zusammenarbeit gastiert das Theater PIANO mit über 20 Vorstellungen an Schulen, Theatern, Kulturzentren und Einrichtungen für Menschen mit Hörbehinderungen.

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„PIANO“ ist ein Begriff, der aus der Musik kommt, und für leise Töne steht. „Fortissimo“ verdeutlicht, welche Stärke und Kunstfertigkeit die Akteure des Projektes ausstrahlen. Dem Ensemble PIANO „lauscht“ man am besten mit den Augen. Die Vorstellungen können Menschen allen Alters besuchen, ob gehörlos oder nicht, unabhängig von Kultur oder Sprache. Das Theater PIANO steht mit seinem einzigartig berührenden Theaterspiel für eine Kommunikation jenseits der Worte und praktiziert interkulturelle Verständigung auf eine ganz besondere, direkte Art!
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Schöne Vorstellungen Photos

Schöne vorstellungen Bilder:

Future – Light
vorstellungen

Bild von h.koppdelaney
A matter of Time

Bright Future
Reflections of Maya
Dark Future
Reflections of Mara

All the Matter of Ego

Consciousness focused on Materialism

HKD

Dunkle oder strahlende Zukunftsgedanken
Entstehen aus dem im Wahn befindlichen Bewusstsein
Das freie Bewusstsein, weiß um seinen Wahnsinn.

HKD

Erlösung von der Zeit

Die zerstörte Vorstellung (von der Zukunft) ist die Erlösung.
Vorstellungen unterlassen,
den Geist nicht in die Zukunft richten und Erwartungen,
Filme, Prognosen aufbauen.
Der unbewusste Mechanismus des Planens – dies erst führt in die Enttäuschung.

Wahre Befriedigung ist nicht in Vorstellungen zu finden. Nur im Hier und jetzt.

Man muss sein Holodeck ohne Einmischung entstehen lassen können.

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Ereignisse. Aber du brauchst nicht darauf zu achten aus der Perspektive der Vorsicht, achte nur darauf, was in dir entsteht. Du akzeptierst die Wirklichkeit so wie sie ist. Von diesem Punkt aus geht die Planung in die Zukunft. Aber es ist keine Planung mit einem klaren Ziel, Planungen macht das Ego-Bewusstsein.
Man blickt in die Zukunft wie in eine "innere Kristallkugel". Auf diese Weise ahnt man Kommendes. Man erträumt oder erdenkt mögliche Ereignisse nicht, denkt nicht in sie hinein, man ergründet sie. Die Zukunft ist eher ein Orakel.
Es kann so, aber auch so eintreten. Es ist das, was du siehst.
Alle auftauchenden Gedanken kommen nicht mehr aus deinem Ego, das ist weg, sie kommen jetzt als Ahnungen und schließlich Prophezeiungen aus deinem innersten Selbst. Du erkennst, du setzt dich selbst in die Welt, du inszenierst dein Schicksal, du bläst endlich auf deiner eigenen Trompete, weil du kein Ego mehr hast, das ständig eingreifen und alles besser machen will.

HKD

Teatro Grande
vorstellungen

Bild von yashima
Das Teatro wurde auch wieder aufgebaut, heute finden dort wieder Vorstellungen statt.


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Mit den überlieferten Vorstellungen radikal brechen : D

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Die Macht der Vorstellungen / Il potere delle immagini
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Die Vorstellungen vom Norden und der Eurozentrismus – K

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Ein bisschen Single - und andere bühnenreife Vorstellungen von Lynda Curnyn...
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Passion, Lust and Tenderness
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Bild von h.koppdelaney
Venus is her name… She got it!!! Yeah….

HKD

Ansichtssache
Thema Nr. 4

Was sind meine Ansichten über Sexualität und Lust?
Freuden ohne Reue?

Erotische Lust empfand ich bereits als Kind, doch setzte die unwiderstehliche Sehnsucht nach Befriedigung dieser Energie erst massiv während meiner Pubertät ein. Ich fand Erleichterung des drängenden Triebes durch regelmäßige Selbstbefriedigung und mit zunehmendem Alter auch mit Freundinnen. Ich benahm mich jedoch unbeholfen und selbstsüchtig, fühlte mich schüchtern, hilflos und vor allem unerfahren. Emotionale Verwirrungen begleiteten mich bis ich Anfang zwanzig eine feste Freundin gewann.
Ich habe den Begriff „gewinnen“ bewusst gewählt, denn auch Beziehungen zu Menschen unterlagen meinen Vorstellungen, die durch meine Erziehung geprägt wurden. Auf dem Schlachtfeld von Partnerschaft, Liebe und Erotik herrschte Wettbewerb. Es ging um Vergleiche über Aussehen, Potenz, wirtschaftliche Leistungskraft und gesellschaftlichen Status.
In meiner Welt standen die herzlichen Aspekte weit hinten, denn sie wurden als unbeständig schwächlich und irrelevant angesehen. Mit Sex und Eros ging ich daher pragmatisch um und mir reichte lange Jahre eine Triebbefriedigung ohne Herz, trotz heimlicher Sehnsucht.
Auch nach meiner Heirat blieb meiner Frau gegenüber das Herz verschlossen. Ich fühlte mich eng mit ihr verbunden und auch stark auf sie bezogen, doch Liebe spürte ich nicht für sie. Dieser Umstand war mir bewusst, doch ich wusste nicht, dass ich gar nichts mehr lieben konnte, weder Menschen, noch Tiere, noch mich selbst. Im Verlauf meiner Kindheit und Jugend hatte ich mein Herz verschlossen, der Schmerz und das Leiden an den herzlichen Gefühlen, die in meiner Umgebung als Schwäche angesehen wurden, erschienen mir unerträglich.
Nach der Pubertät verwechselte ich die Energie der Begierde und den Wunsch nach Bezogenheit und Sex mit Liebe. Es bedurfte viele Jahre, bis mir die unterschiedlichen Aspekte von Begierde bewusst wurden.
Begierde ist die Wurzel aller Formen von Anziehung ob in Bezug auf Dinge oder Menschen und repräsentiert neben der Abstoßung einen Pol innerhalb der kosmischen Dualität.
Die Tiefenpsychologen Sigmund Freud und C.G. Jung nannten die dualen Kräfte Eros und Thanatos. Ihnen entspringen alle anderen Gegensatzpaare wie: Anziehung – Abstoßung oder Schöpfung und Zerstörung.
Im Zeichen von Yin und Yang wird die Einheit dieser Dualität seit mehr als zweitausend Jahren abgebildet. Mystiker verwenden dieses Bild, um den dynamischen Aspekt und den ständigen Wechsel dieser Kräfte darzustellen.
Beide Energien, die der Anziehung (ich bezeichne sie als B4) und die der Abstoßung (A4) entspringen der einen Quelle (dem universalen Bewusstsein), versinnbildlicht in einem einzigen Zeichen. Liebe hat ihren Ursprung in dem Einen – häufig dargestellt als Kreis oder Kugel – und Hass ebenfalls.
Auf der körperlichen Ebene motiviert die Energie der Vereinigung (Motivationskraft B4) nicht nur zur Fortpflanzung. Für mich ist der lustvolle, aber auch der triebhafte Akt eine rituelle Vereinigung der Gegensätze, eine Verschmelzung zur Ganzheit.
Ich sehe die menschliche Vereinigung als ein Abbild für die kosmische Vereinigung der Gegensätze von männlich und weiblich, von Verstand und Gefühl, von Tag und Nacht oder Sonne und Mond. Diese Metaphern werden von allen mystischen Schulen verwendet, um die Unio Mystica (Vereinigung der Gegensätze) zu verbildlichen.
Im späteren Verlauf meines Lebens erkannte ich die tiefe Symbolik die in jedem Akt der Vereinigung liegt, und die Freude und Lust am erotischen Spiel vertiefte sich mit der zunehmenden Liebe für die gesamte Schöpfung, die ich aus dem Zentrum meiner Seele heraus wahrnehme.
Die Liebe für mich und meinen Körper löste eine lange Phase von Selbsthass ab (A4). Dunkelheit und Ebbe im emotionalen Bereich wurden zu Licht und Fülle. Die Dynamik des Wandels bestätigte sich mir und wurde mir zur tiefen Gewissheit. Alles geht vorüber. Weder kann sich Unlust halten noch die Lust, obwohl gerade diese Ewigkeit ersehnt. Doch jeder Befriedigung folgt ein Erschlaffen, jedem Höhepunkt eine Pause.
Begierden verwickeln mich ins Leben, Abstoßungen erlösen mich von ihnen. Wie könnte ich mich auf Beziehungen einlassen und neue Erfahrungen sammeln, wenn es niemals Abstoßung (A4) und mit ihrer Hilfe Befreiung und ein Ende gebe?
Die Vorzüge von Lust und Sexualität kann ich seit dem Ende meiner rigiden Vorstellungen von Moral und Anstand endlich genießen. Die östlichen, vor allem buddhistisch tantrischen Schriften haben meinen Blick auf Eros und Lust vertieft und befreit.
Bewusst erfahrene Lust und Sexualität gepaart mit den Gefühlen des Herzens ist das Ergebnis eines langjährigen Prozesses der Befreiung von den Tabus und engen Vorstellungen einer bürgerlichen Erziehung.
Ich stellte allerdings fest, dass zahlreiche Hemmungen im Bereich des Eros aus früheren Inkarnationen zu stammen scheinen. Träume und Visionen zeigten mir, dass eine ungehemmt und unbewusst ausgelebte Sexualität leidvolle Krankheiten mit sich brachten.
Venus ist eine verführerische Göttin und der Gott Amor ein Verzauberer. Eros nimmt keine Rücksicht auf Ordnungen oder Eheversprechen. Dennoch entspringt Venus nicht ihrer selbst, sondern ist Tochter des Gottes Jupiter. Alle Triebe haben ihren Ursprung in der Einheit, dem Zentrum des eigenen Geistes. Auch Blockaden entspringen der innersten Quelle oder dem höheren Selbst.
Hemmungen, Schüchternheiten, Selbstkontrolle im erotischen Bereich haben oder hatten für mich einen Sinn. Ich halte es für angebracht, jede Form einer Blockade auf diesem Gebiet möglichst tiefgründig und respektvoll zu ergründen.
Ist die Zeit für eine Lösung gekommen, wird sie mit Sicherheit viel Lust und endlich eine Freude ohne Reue bringen.

HKD

Digital Art – own resources

HKD

Sound of Silence
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Bild von h.koppdelaney
Wisdom of the Age – Happy with myself. Alone.

HKD

Der stille Gesang im Augenblick

Das Leben als solches als Ziel zu erkennen erschien mir anfangs unsinnig. Ich war mir doch – so glaubte ich – bewusst, dass ich lebe. Was ich nicht wusste, war der Umstand, dass ich mein Leben durch Schleier wahrnahm, die es mich dumpf, dunkel und als überwiegend schmerzhaft wahrnehmen ließen. Daher dachte ich, das Leben müsse ein Ziel haben etwa in der Art, eine Karriere zu machen und die Leiter des Erfolges zu erklimmen. Spiritueller und künstlerischer Erfolg schwebte mir vor. Erfolg. Das allerdings ist einer der Schleier. Vorstellungen beschäftigen den Geist und halten ihn von der Wahrnehmung des Augenblicks ab.
Ich saß beispielsweise im Zug und war in Gedanken auf einem Seminar oder einem Empfang. Von dem mir gegenüber sitzenden Ehepaar nahm ich nur ein Hintergrundgeräusch war. Das Kind spielte mit einem Taschencomputer, während sie sich unterhielten, unterbrochen nur von kleinen Freudenschreien des Jungen, dem es gelungen war, bei seinem Spiel einen Punkt zu machen.
Neben dem Jungen saß die Oma. Sie warf immer wieder einen Blick auf den Spielverlauf und lächelte, wenn es ihr Enkel geschafft hatte, eine Computerfigur auszutricksen.
Auch bemerkte ich, wie sie mich musterte und gleichzeitig dem Gespräch des Paares folgte, ohne sich kommentierend oder fragend daran zu beteiligen. Sie schwieg die ganze Zeit und schien dennoch sehr beteiligt an dem ganzen Geschehen.
Offensichtlich war ihr Geist nicht mit abstrakten Gedankengängen beschäftigt, denn stets hatte sie einen wachen Blick auf die Ereignisse. Sie war nicht geistesabwesend wie man es bei manchen Reisenden spürt, wenn sie im Zug sitzen wie ich und Pläne machen für den nächsten Arbeitstag oder das Treffen mit einer wichtigen Persönlichkeit.
Doch für einen kurzen Augenblick teilte ich den Raum der Präsenz mit der elegant doch ältlich gekleideten Frau.
Während ich die hier beschriebenen Erkenntnisse sammelte trafen sich unsere Blicke und wir lächelten uns an. Sie nickte freundlich und ich hatte für einige Sekunden das Gefühl, sie erkenne mich und mein Wesen allein durch ihren offenen Blick.
Ich dachte, was denkt sie wohl über mich? Heute bin ich sicher, dass sie nichts dachte. Sie nahm mich wahr, ohne in Worten und Konzepten zu denken. Sie kategorisierte mich nicht. Es schien ihr egal, ob ich der war, der ich vorgab zu sein. Meine Anpassung an meine Umgebung ist defensiv zurückhaltend. Ich reagiere eher introvertiert während andere gern den Kontakt und das Gespräch suchen.
Ich nickte zurück und meine Mundwinkel zogen sich nach oben. Ich war freundlich doch stumm und zog mich langsam aus der spontanen Offenheit zurück, um nicht den Anlass zu geben, ein Gespräch zu beginnen. Ich bemerkte, dass sie kein Bedürfnis hatte zu reden und freute mich, dass auch sie die Stille zu genießen wusste.
Ich verschwand also wieder in meinen Gedankengängen, bemerkte aber gleichzeitig, wie ich begann, die Frau zu analysieren. Alter, Status, Typus, Eigenschaften, Auftreten und dann spürte ich Respekt in mir und fragte mich, wofür ich ihr Anerkennung zollte.
Es war ihre Fähigkeit im Augenblick zu sein, hier in diesem Zugabteil und unter eben genau diesen Bedingungen. Eine scheinbar langweilige Situation wie sie alltäglich in ähnlicher Form geschieht konnte sie mit dem gleichen Maß an Präsenz erleben wir das Kind. Dessen Aufmerksamkeit allerdings war gefesselt an die kleinen Figürchen, die zappelnd über den Bildschirm hüpften. Der Junge war also aufgegangen im Spiel, während mir die Frau nicht versunken schien.
Mir war bewusst, dass sie jede meiner Regungen verfolgte, obwohl sie nicht explizit darauf achtete. Als es mich an der Wange juckte und ich mich kratze, sah ich aus den Augenwinkeln, dass ihr Interesse an meiner Geste ganz ungezwungen und mit kindlicher Neugier war.
Mir wurde bewusst, könnte ich die Vorgänge im Abteil erleben, ohne in Gedanken ständig abschweifen zu müssen, wäre meine Wahrnehmung umfassender und detaillierter. Doch diese Erkenntnis versank wieder hinter Schleiern bis ich gelernt hatte, mein Bewusstsein von unerwünschten Gedanken weitgehend frei halten zu können.
Wie hatte diese Frau das geschafft? Und war ihr der Umstand ihrer Fähigkeit zu präsentem Sein bewusst? Mit meinem eigenen zunehmenden Alter erfahre ich die wachsende Fähigkeit, mich von äußeren Ereignissen nicht mehr fesseln zu lassen. Das Theater der weltlichen Dinge verblasst vor dem Hintergrund zunehmender Aufmerksamkeit für das Hier und Jetzt. Das Leben findet im Augenblick statt. Es gibt nichts mehr zu erreichen. Ich bin angekommen im Zug des Lebens der einfach immer weiter fährt ohne mein Zutun.
Was verbleibt? Ich besinge den jeweiligen Augenblick, innerlich, gedankenlos wie es die grauhaarige Frau in dem Zugabteil tat.
An ihren leuchtenden Augen sah ich, dass sie das Leben besang. In Stille.

HKD

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Fälle und Probleme, Klinische Vorstellungen, Band 9 ..

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